Migrations- und Integrationsforum Baden-Württemberg - Integrationsbericht 2020 - Migrationstagung - Pro Contra Begriff „Migrationshintergrund"

Anwerbeabkommen mit der Türkei

Ein Notenwechsel, der Deutschland verändert hat

Vor 64 Jahren, am 30. Oktober 1961, wurde das sogenannte Anwerbeabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Türkei geschlossen. Derzeit leben rund 1,5 Millionen Personen mit türkischer Staatsangehörigkeit in Deutschland. Einen türkischen Migrationshintergrund haben rund 2,8 Millionen Menschen, das heißt, sie selbst oder zumindest ein Elternteil sind aus der Türkei eingewandert. Damit stellen sie die größte Gruppe von Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland. Etwas mehr als die Hälfte von ihnen (rund 1,5 Millionen) ist in Deutschland geboren. Enkel und Urenkel der einstigen „Auslandstürken“ sind hier geboren und aufgewachsen. Eine solche Entwicklung hätte sich damals wohl kaum jemand träumen lassen, als das Anwerbeabkommen mit der Türkei zustande kam. Ein Beitrag von Prof. Dr. Karl-Heinz Meier-Braun.

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Auf der Flucht vor dem Klima

Migration in Zeiten des Klimawandels

Dürren, Überschwemmungen, Wirbelstürme – dies sind nur einige Beispiele dafür, welche Folgen der Klimawandel auf unsere Natur hat. Immer mehr Menschen sind schon heute gezwungen, ihre Heimat wegen der Auswirkungen des sich verändernden Klimas zu verlassen. Doch was versteht man unter Umweltflüchtlingen? Genießen sie einen besonderen Schutz? Wie viele sind es, woher kommen und wohin gehen sie? Und wie sollte die internationale Völkergemeinschaft helfen? Unser neues und ausführliches Dossier des Migrationsexperten Prof. Dr. Karl-Heinz-Braun gibt Antworten.

Dossier: „Auf der Flucht vor dem Klima"

Kolonialen Rassismus bewältigen

Das Linden-Museum in Stuttgart stellte sich seiner Vergangenheit

An den Stufen zum Eingangsportal des Linden-Museums in Stuttgart steht: „Stopp! Schwieriges Erbe!?“ Eine Informationstafel klärt darüber auf, dass schon der Eingang ein Zeichen der kolonialen Vergangenheit ist, was von Besucherinnen und Besuchern oft kaum wahrgenommen wird. Auf zwei Säulen ruhen links und rechts die beiden Steinskulpturen, die Menschen aus Neuguinea bzw. aus Afrika darstellen sollen. Mit einer Ausstellung setzte sich das Linden-Museum kritisch mit der Geschichte des Hauses auseinander. Sie war bis zum 8. Mai 2022 zu sehen. Prof. Dr. Karl-Heinz Meier-Braun führte dazu ein Interview mit Inés de Castro, die seit elf Jahren die Leitung des Linden-Museums inne hat.

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Zahlen zu Migration und Integration

Statistik

Eine Zusammenstellung statistischer Daten zum Thema Migration und Integration von Prof. Dr. Karl-Heinz Meier-Braun:

Wie viele ausländische Berufsabschlüsse wurden in Deutschland anerkannt? Wie hoch waren die Ausgaben für Asylbewerberleistungen? Wie entwickelt sich die Geburtenziffer?

Statistik (Oktober 2021)

Wie viele Schutzsuchende sind derzeit in Deutschland registriert? Wie hat sich die Bevölkerung in den letzten Jahren entwickelt? Welchen Bevölkerungszuwachs hatte Baden-Württemberg im vergangenen Jahrzehnt zu verzeichnen? Wie viele Ausländerinnen und Ausländer leben in Baden-Württemberg?

Statistik (Juli 2021)

Aktuelle Studien und Berichte

aus dem Themenfeld Flucht und Migration

Gesellschaftlicher Zusammenhalt seit der Pandemie

Zusammenhalt in BW ist seit 2019 deutlich zurückgegangen

Das zeigt eine Studie der Bertelsmann Stiftung, die mit Unterstützung des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg durchgeführt wurde. Laut der Studie ist der Index für Zusammenhalt, der auf einer Skala von 0 bis 100 aufgelistet ist, von 2019 bis zum Jahreswechsel 2021/22 deutlich von 64 auf 54 Punkte zurückgegangen.

Bertelsmann Stiftung: Gesellschaftlicher Zusammenhalt in Baden-Württemberg 2022

Covid 19 als „Brandbeschleuniger“?

Migration und Integration in Zeiten von Corona (Juli 2021)

Die Corona-Krise hat die Lage vieler Migranten und Flüchtlinge weiter verschlechtert. Die Pandemie ist auch eine Bewährungsprobe für Menschenrechte und wirkt wie ein Brandbeschleuniger. Unter anderem hat die Krise verheerende Folgen für die Ärmsten auf der Welt. Insbesondere trifft sie Frauen und Männer, die als Arbeitsmigranten unterwegs sind, sowie Kinder im Bereich der Schulbildung.

Auch in Deutschland hat sich die Pandemie in verschiedenen Bereichen negativ auf Menschen mit Migrationshintergrund und Flüchtlinge ausgewirkt, etwa bei beengten Wohnverhältnissen, die mit einem erhöhten Infektionsrisiko einhergehen. Schäden, die die Corona-Pandemie bei den integrationspolitischen Maßnahmen hinterlassen hat, sind inzwischen längst erkennbar. Eine Studie von Prof. Dr. Karl-Heinz Meier-Braun.

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Bericht der „Fachkommission Fluchtursachen“

Interview mit Dr. Steffen Angenendt (Juli 2021)

Nach zweijähriger Arbeit hat die unabhängige „Fachkommission Fluchtursachen“ der Bundesregierung und des Deutschen Bundestags ihren Bericht mit Empfehlungen für das Engagement zur Minderung der Ursachen für Flucht und Migration vorgelegt. Die 24 Mitglieder der Kommission kamen aus Nichtregierungsorganisationen, Wirtschaft, internationalen Organisationen und aus der Wissenschaft.

Mitglied der „Fachkommission Fluchtursachen“ ist auch Dr. Steffen Angenendt. Der Migrationsexperte ist seit 2006 Associate der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), wo er die Forschungsgruppe Globale Fragen leitet.

Interview

Der „Migrationshintergrund"

Eine Pro- und Kontra-Argumentation zu einem umstrittenen Begriff

Seit 2005 wird in der Statistik der sogenannte „Migrationshintergrund“ erhoben. Er wurde eingeführt, um Daten über die Nachkommen von Zugewanderten zu erfassen. Allerdings ist der Begriff schon länger umstritten. Als Alternativen werden unter anderem die Bezeichnungen „Einwanderer und ihre Nachkommen“ oder „Menschen aus Einwandererfamilien“ vorgeschlagen. Auch die von der Bundesregierung einberufene „Unabhängige Fachkommission zu den Rahmenbedingungen der Integrationsfähigkeit“ kommt zu der Empfehlung, den Begriff „Migrationshintergrund“ nicht mehr zu verwenden. Allerdings gab es innerhalb der Fachkommission auch abweichende Stellungnahmen.

Dossier: Der „Migrationshintergrund"
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Erster Integrationsbericht des Landes Baden-Württemberg

Erschienen im Dezember 2020

Fünf Jahre nach Verabschiedung des baden-württembergischen Partizipations- und Integrationsgesetzes im Dezember 2015 hat das Land den ersten Bericht zum Stand der Integration im Land veröffentlicht. Der Integrationsbericht bildet den Ausgangspunkt für eine Überprüfung bisheriger politischer Schwerpunkte und trägt dazu bei, die Integrationspolitik des Landes zielgenau weiterzuentwickeln. Der Bericht zeigt, dass in der Gesellschaft eine große Offenheit für kulturelle Vielfalt besteht, aber auch Sorgen vor Fremdenfeindlichkeit weit verbreitet sind.

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Zentrale Ergebnisse des Berichts
Dossier: „Migration und Integration nach Baden-Württemberg seit 1945"

Migration und Integration nach Baden-Württemberg seit 1945

„Menschenreichtum ist nie eine Last.“
Dieses Zitat stammt von Reinhold Maier, dem ersten Ministerpräsidenten des Landes Baden-Württemberg. Ausgesprochen wurde es 1946, als Deutschland nach einem verheerenden Krieg in Trümmern lag und Millionen von deutschstämmigen Flüchtlingen und Vertriebenen aufnehmen musste. Schon wenige Jahre später kamen die sogenannten „Gastarbeiter“ in das inzwischen vom „Wirtschaftswunder“ geprägte Deutschland. Baden-Württemberg war dabei aufgrund seiner wirtschaftlichen Stärke ein besonders wichtiges Ziel der Arbeitsmigranten. Innerhalb weniger Jahre hat Baden-Württemberg Millionen von Menschen eine neue Heimat gegeben. Trotz der zunächst auf beiden Seiten vorherrschenden Rückkehrillusion sind viele der Arbeitsmigrantinnen und -migranten geblieben und haben sich still und leise integriert.

Dossier: „Migration und Integration nach Baden-Württemberg seit 1945"

Frauen, Flucht und Migration

Tagungsdokumentation

Lange Zeit wurde das Thema „Frauen, Flucht und Migration“ in der öffentlichen Wahrnehmung vernachlässigt. Durch die Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine, die in der Mehrzahl Frauen sind, ist es wieder in die Schlagzeilen gerückt. Die Tagung fand im Oktober 2023 in Stuttgart statt. Behandelt wurden globale und nationale Fragen von Flucht und Migration von Frauen. Gefragt wurde nach der Situation von geflüchteten Frauen in Baden-Württemberg, wobei auch die Lage von geflüchteten Jesidinnen im Land betrachtet wurde . Nicht zuletzt wurden die „Gastarbeiterinnen“ gewürdigt, die seit den 1950er-Jahren zu uns gekommen sind.

Zum ausführlichen Tagungsbericht

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Durch den Krieg in der Ukraine und andere Konflikte ist die Zahl der Vertriebenen weltweit auf über 108 Millionen gestiegen. Etwa die Hälfte davon sind Frauen und Mädchen, was oft nicht wahrgenommen wird. Erst durch die vielen geflüchteten Frauen aus der Ukraine, die bei uns Schutz gefunden haben, rückte das Thema „Frauen und Flucht“ in die Schlagzeilen. Das Dossier bietet einen historischen Überblick und thematisiert aktuelle und zukünftige Fragen und Herausforderungen.

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Live-Stream - Tagung „Alle reden über Integration“

Von wo aus auch immer: einfach anklicken

Wie Erkenntnisse über Integration verstanden, vermittelt und verwertet werden

Tagung vom 12. Oktober 2020 in Stuttgart

Alle reden über Migration und Integration. Doch wie kommen Erkenntnisse der Wissenschaft zu den Themen in Politik, Medien und Gesellschaft an? Welche Akteure beeinflussen die gesellschaftliche und mediale Auseinandersetzung dazu? Wie verläuft diese Diskussion in den Medien? Diesen und weiteren Fragen ging diese Tagung des Migrations- und Integrationsforums Baden-Württemberg (MIF) nach, die sich an Interessierte aus Wissenschaft und Praxis, aber auch an ein breites Publikum richtete.
Rückblick: Zum Live-Stream auf YouTube
Programm (PDF)
Tagungsbericht   PDF
Vortrag Prof. Dr. Heribert Prantl  PDF

Über uns

Warum sind wir notwendig?

Fast ein Drittel der Bevölkerung Baden-Württembergs hat einen Migrationshintergrund. Im Vergleich der Migrantenanteile aller Bundesländer rangiert der Südwesten damit nach Bremen und Hessen auf Platz 3. Vor allem für die Sozial- und Integrationspolitik des Landes spielt der vergleichsweise hohe Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund, der bereits über viele Generationen hinweg besteht, eine wichtige Rolle. Durch den demografischen Wandel und hohe Wachstumsraten hat Baden-Württemberg seit etlichen Jahren einen höheren Bedarf an Arbeitskräften aus dem Ausland. Darüber hinaus hat sich in Folge verschiedener Krisenherde in geografischer Nähe zu Europa auch die Zahl der Flüchtlinge deutlich erhöht, die nach Baden-Württemberg kommen. Die komplexen Fragen rund um Zuwanderung, Integration, kulturelle und religiöse Vielfalt sowie gesellschaftlichen Zusammenhalt sind für die Gegenwart und die Zukunft Baden-Württembergs von großer Bedeutung.

Der Austausch von Erfahrungen aus der Integrationspraxis und Befunde der Migrations- und Integrationsforschung können helfen, wichtige Themen sachlich zu analysieren und einzuordnen, Trends rechtzeitig zu erkennen, zielorientiert zu diskutieren und Erkenntnisse in die Öffentlichkeit zu tragen. 

Unsere Merkmale

Die Kernmerkmale des Migrations- und Integrationsforum Baden-Württemberg sind:

  1.  expliziter Bezug auf Baden-Württemberg
  2. regelmäßiger, sachorientierter Austausch
  3. Transfer von Erkenntnissen in die Öffentlichkeit (über Medien und Multiplikatoren), zu gesellschaftlichen Akteuren sowie in Politik und Verwaltung.

 

 

Kontakt zum Forum

Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg
Lautenschlagerstr. 20
70173 Stuttgart
Prof. Dr. Reinhold Weber
Ihre Nachricht an uns

 

 

Koordinatoren des Migrations- und Integrationsforum BW

Mitglieder

Mitglieder

Dr. Maria Alexopoulou, Historisches Institut, Universität Mannheim
Prof. Dr. Harald Bauder, Freiburg Institute for Advanced Studies, Universität Freiburg / Ryerson Centre for Immigration and Settlement, Ryerson University, Toronto (Kanada)
Prof. Dr. Jan Bergmann, Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg / Institut für Volkswirtschaftslehre und Recht, Universität Stuttgart
Prof. Dr. Frank Brettschneider, Institut für Kommunikationswissenschaft, Universität Hohenheim
Prof. Dr. Doreen Bryant, Seminar für Germanistische Linguistik, Universität Tübingen
Prof. Dr. Claudia Diehl, Fachbereich Soziologie, Universität Konstanz
Prof. Süleyman Gögercin, Fakultät für Sozialwesen, Duale Hochschule Villingen-Schwenningen
Dr. Nadia Granato, Mannheimer Zentrum für europäische Sozialforschung (MZES), Universität Mannheim
Dr. Martin Große Hüttmann, Institut für Politikwissenschaft, Universität Tübingen
Prof. Dr. Rolf Gutmann, Rechtsanwalt, Stuttgart
Prof. Dr. Frank Kalter, Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung (MZES), Universität Mannheim, Direktor des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung
Dr. Sandra Kostner, Geschäftsführerin des Masterstudiengangs „Interkulturalität und Integration“, Hochschule Schwäbisch Gmünd
Dr. Christoph Sajons, Institut für Mittelstandsforschung, Universität Mannheim
Prof. Dr. Kurt Möller, Fakultät Soziale Arbeit, Gesundheit, Pflege, Hochschule Esslingen
Prof. Dr. Boris Nieswand, Institut für Soziologie, Universität Tübingen
Dr. Stefan Rother, Seminar für Wissenschaftliche Politik, Universität Freiburg
Prof. Dr. Annerose Siebert, Hochschule Ravensburg-Weingarten, Fakultät Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege, Hochschule Ravensburg-Weingarten
Prof. Dr. Miriam Stock, Sprecherin des Masterstudiengangs „Interkulturalität und Integration“, Hochschule Schwäbisch Gmünd
Prof. Dr. Thomas Thiemeyer, Ludwig-Uhland-Instituts für Empirische Kulturwissenschaft, Universität Tübingen
Prof. Dr. Rosemarie Tracy, Seniorprofessorin, Anglistische Linguistik, Universität Mannheim
Prof. Dr. Annette Treibel-Illian, Institut für Transdisziplinäre Sozialwissenschaft, Hochschule Karlsruhe

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Publikationen

Migration und Teilhabe

Bürger & Staat, 3-2020

Fünf Jahre nach dem „Sommer der Migration“ gibt diese Zeitschriftenausgabe einen Überblick über aktuelle Herausforderungen der Zuwanderung.
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Orientierungskurse

Unterrichtsmaterial für Orientierungskurse: Leben in Deutschland

Für Flüchtlingen oder für Gruppen, die gerade beginnen, Deutsch zu lernen. Abgestimmt mit den Vorgaben des Bundesamtes für Migration und Flüchtige (BAMF) für Orientierungskurse. Aktualisierte Auflage, 2019
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